Auch im Winter braucht der Mensch seinen Sport – den Wintersport. Unter diesem Motto beschließen in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts einige Mitglieder des Schwäbischen Albvereins in Endersbach künftig mit Hilfe langer Holzbretter im Winter auf Wanderschaft und Talabfahrt zu gehen. Zu diesem Zweck gründen sie im Jahr 1926 die Skizunft. Sechs Gründungsmitglieder sind in den Vereinsannalen verzeichnet: Alfred Geigis, Otto Gussenstädter, Ruth Hahn, Gustav Röbelen, Willi Romberg und Julius Ungerer. Beim „Becka-Hahn“ – der späteren Weinstube Muz – versammeln sie sich zu den ersten Zunftabenden, das belegen unter anderem die die ältesten Bilder aus den Anfangszeiten der Skizunft Endersbach. Dort wo einst die ersten Endersbacher Skifahrer „an der warmen Wand beim Becka-Hahn“ hockten, hatte die Skizunft beim Becka-Muz in der Traubenstraße ihr Zunftlokal samt monatlichem Zunftabend, bis die Weinstube vor wenigen Jahren geschlossen wurde. Die fürs damalige ausdrücklich disziplinierte und streng geregelte Vereinsleben recht eigenwilligen Skifahrer schließen sich zwar gleich zu Beginn dem damaligen Dachverband „Schwäbischer Schneelaufbund“ an. Sie gelten aber zumindest im Heimatort als ziemlich wilder Haufen. Noch Mitte der 1970er-Jahre heißt es in der Jubiläumsschrift zur 50-Jahr-Feier der Skizunft: „Mit jugendlichem Eifer übte man sich trotz mancher Vorurteile in dieser weißen Kunst. Aus der in Räuberzivil ausrückenden Schar entsteht eine sportgerechte Zunft.“ Zum Zeitpunkt des nicht ganz freiwilligen Zusammenschlusses mit dem Turnverein und den Schwerathleten zum VfL Endersbach im Jahr 1937 hat die Endersbacher Skizunft 25 Mitglieder. In den Kriegsjahren bis 1945 ist dann das Skilaufen für die Wintersportler aus dem Remstal schon deshalb unmöglich, weil alle Skier für Kriegszwecke abgeliefert werden müssen. Die sogenannte „Sparte Skilauf“ wird dann aber 1948 während einer Hauptversammlung des neu organisierten VfL Endersbach wieder belebt. Spartenleiter wird Hermann Klein, der dann fast 30 Jahre lang bis ins Jahr 1977 Skizunft-Abteilungsleiter bleibt – direkt gefolgt vom Skifahrersohn Dieter Klein, der ein weiteres Vierteljahrhundert als Abteilungsleiter anhängt. Nachdem das Interesse zunächst vor allem dem touristischen Skifahren gilt und allenfalls Tourenwettbewerbe des DSV bestritten werden, beteiligen sich die Endersbacher Skifahrer von 1954 an auch an alpinen Wettkämpfen. Diese finden damals noch unter anderem in Spiegelberg, Gschwend oder Waldhausen statt. Endersbacher Talente erreichen – auch in Skisprungwettbewerben etwa auf der Schanze in Spiegelberg – beachtliche Platzierungen. Diversen Teilnahmen bei schwäbischen Meisterschaften und Fis-B-Rennen folgen in den 1980er-Jahren schwäbische Meistertitel im Schüler und Jugendbereich und die Teilnahme bei den Deutschen Alpinen Schüler- und Jugendmeisterschaften. Wegen des zeitlichen und materiellen Aufwands beschränkt sich später das Renngeschehen wieder weitgehend auf die Vereinsebene. Im Rahmen der jährlichen
Vereinsmeisterschaften der Skizunft wurde von Anfang der 1990er auch die Weinstadtmeisterschaft im Riesentorlauf und Langlauf
ausgetragen. Aktuell beschränkt sich das Wettbewerbsgeschehen – auch geschulde den problematischen Schneeverhältnissen
in der jüngsten Vergangenheit – weitgehend auf den Kinder- und Jugendbereich. Zusätzlich zum Skisport samt den komplett
mit eigenen Skilehrern und Versorgungsteams bestrittenen Skikurstagen im Januar und Februar zu Skifreizeiten und verschiedenen Ausfahrten entwickelt die Skizunft Endersbach mit den Jahren mehrere weitere Schwerpunkte des Abteilungslebens. Mitte der 1960er-Jahren startet die Skigymnastik mit regelmäßigen Trainingsterminen. Seit mehreren Jahrzehnten gab es eine Volleyballgruppe, die sich vor kurzem mit den neu installierten Angeboten der SG-Volleyballabteilung zusammengetan hat. Seit 40 Jahren ist die Skizunft Endersbach – neuerdings mit mehreren Teams beim Wintervierkampf des Schwäbischen Turnerbundes im österreichischen Dornbirn vertreten – einem Mannschaftsmehrkampf mit Schwimmen, Volleyball, Riesentorlauf und Skilanglaufstaffel. Im Sommer ist die Tourengruppe in den Bergen aktiv und der Endersbacher Bootsport mit Kajak- und Flusswandergruppe unterwegs. Im Frühjahr 1970 wagen sich dabei einige Endersbacher Skifahrer erstmals im Kajak auf wild bewegtes Wasser. Aus den Anfängen und einigen selbstgebauten Glasfaserbooten
ist mit der Zeit eine Kajakgruppe mit moderner Wildwasserausrüstung geworden. Bei Ausfahrten an Pfingsten und im Herbst wagt sie sich auch auf anspruchsvolle Strecken in den Alpen. Ergänzt wird das sommerliche Wassersportangebot durch naturverbundene Flusswanderungen mit klassischen Faltbooten. In den vergangenen Jahren ist die Skizunft auch verstärkt für den Skifahrernachwuchs
aktiv. Pistenflitzer und Rabauken nennen sich die Kinder- und Jugendgruppen der Abteilung, die seit einigen Jahren Teil der neu formierten SG Weinstadt ist. Auch hier geht es nicht nur um Skifahren, sondern auch um die unterschiedlichsten gemeinsamen Aktivitäten im gesamten Sportlerjahr